Innsbruck Pfingsten 2007
Dienstag, 26 Juni 2007 20:45

-Pfingsten 2007 war es endlich soweit: Der erste Singletrail - Urlaub stand vor der Tür. Diese Art von Urlaub war der erste dieser Art, da bisher immer nur Mehrtagestouren mit wechselnden Quartieren unternommen wurden. Doch dieses Mal besaßen wir ein festes Quartier in Axams in der Nähe von Innsbruck. Doch zuvor stand erst einmal das Kartenstudium im Vordergrund . Es galt 4 Touren rund um Innsbruck zu finden, die unseren Ansprüchen gerecht wurden. Anforderung waren natürlich eine (relativ) bequeme Auffahrt und eine lange/schwierige Abfahrt. Von dieser Sorte gibt es um Innsbruck herum jedoch reichlich! Aufgrund des Vertriders-Kodexes werden wir im Folgenden daruf verzichten genaue Wegbeschreibungen anzugeben, um die Singletrails vor unnötig starker Frequentierung zu schützen.


Tour 1

Die erste Tour führte uns in die Gegend südlich von Axams. Hier erstreckt sich ein kleines aber feines Bikerevier, das bei weitem nicht so überfüllt ist wie die Nordkette. Die Auffahrt begann relativ flach, gespickt mit kurzen,giftigen Rampen. Von Axams aus galt es ca. 800 hm auf 13 km bis zu einer Alm zu bewältigen. Von hier aus schlängelte sich der Fahrweg weiter den Berg hinauf. -Wir fuhren weiter bis zu einer Hütte auf 2000 m üNN. Leider war die Hütte geschlossen, doch eine kurze Rast war dennoch nötig. Nach einer kurzen Stärkung ging es daran die folgenden 200 hm tragend zu bewältigen. Dies ist einer der Aspekte, die das Singletrail-Biken interessant machen. Wer kurze bis mittlere Tragepassagen in Kauf nimmt, öffnet sich die Tür zu vielen Abfahrtsmöglichkeiten, welche sonst garnicht zu erreichen wären. Nach dieser kurzen Trageeinlage ging es über einen Pfad direkt am Hang unserem Zielgipfel entgegen. Dieser ausgesetzte Pfad war bereits die erste fahrtechnische Herausforderung, denn Schneefelder um Geröllabgänge erschwerten das Fahren und zwangen uns immer wieder zum Schieben. Kurz nachdem wir den Bergsattel passiert hatten, war der Gipfel auf 2300 m üNN bereits in Sicht. Von hier aus ging es steil und geröllig wieder dem Tal entgegen. Die ersten 300 hm waren brutal steil und die Finger verkrampften immer mehr. Das waren wir von Thüringen nicht gewohnt... Weiter ging es über verschiedene Steige unserem Quartier entgegen und die Höhenmeter purzelten nur so. Wenig später erreichten wir glücklich und erschöpft unsere Ferienwohnung. Bis auf 2-3 kleinere Stürze ging auch alles glatt, aber das war nach den ersten Bierchen auch schon wieder vergessen.


-Tour 2

Die zweite Tour führte uns zur Innsbrucker Nordkette. Nachdem wir schon viel davon gehört hatten, beschlossen wir die Gegend eigenhändig zu erkundigen. Nach einer längeren Anfahrt durch das Inntal erreichten wir die Außenbezirke von Innsbruck. Hier gestaltete sich die Wegfindung etwas schwierig, nach ein paar Anläufen jedoch erreichten wir die Mountainbikeroute zum Hotel Seegrube. Auf den Weg bis dahin waren läppische 1400 hm zu vernichten, doch die grandiose Aussicht entschädigte für alle Qualen. Nach einer Stärkung im Hotel-Restaurant ging es wieder auf die Abfahrt. Die vielgerühmten Singletrails erwiesen sich als der erhoffte Abfahrtsspaß. Viel zu schnell erreichten wir wieder Innsbruck und machten uns auf die Heimfahrt zu unserem Quartier nach Axams. Dummerweise waren die Beine schon ziemlich schwer und es standen noch 250 hm nach Axams bevor. Als ob das nicht schon schlimm genug wär, fing es auch noch an wie aus Kübeln zu schütten. Vollkommen durchnässt erreichten wir endlich unsere Ferienwohnung und waren froh an diesem Tag nicht mehr aus dem Haus zu müssen.


-Tour 3

Die dritte Tour führte uns wiederum nach Norden. Diesmal ging es in die Nähe von Zirl. Nach der wiederum langen und etwas nervigen Anfahrt ging es in Zirl bald zur Sache. Die rund 1000 Höhenmeter waren auf einem Wirtschaftsweg zu bewältigen. Es machte sich langsam auch ein körperlicher Verschleiß bemerkbar, die Beine waren nicht mehr so frisch wie am ersten Tag. Trotzdem erreichten wir sehr zeitig die Hütte, die auch gleichzeitig das Ziel der Tour war. Nach einer Riesenportion Kaiserschmarrn ging es wieder bergab. Im oberen Teil war der Trail meist auf S2-Niveau, aber nie langweilig. Nach einer kurzen Rast ging es weiter und bald trafen wir auf die ersten S3-Spitzkehren. Nun wurde der Trail anspruchsvoller, aber das war genau nach unserem Geschmack! Kurz darauf waren die 1000 Höhenmeter Singletraildownhill schon wieder vorbei und wir erreichten (wieder mal) unser Quartier bei stömenden Regen.

 

Tour 4
Nachdem die letzten 3 Tage doch etwas Kraft gekostet hatten, beschlossen wir am letzten Tag nur eine kleinere Tour zu machen, um den Singletrail-Urlaub gemütlich ausklingen zu lassen. Wir beschlossen die Gegend südlich von Axams- noch etwas erkunden. So war nach kurzen Kartenstudium schnell eine Tour geplant. Zu Beginn der Tour stand aber erstmal die Arbeit im Vordergrund, bevor der Abfahrtsspaß beginnen konnte. So galt es 900 hm bis zu einer Hütte zu bewältigen. Da die Hütte durch einen Wirtschaftsweg verbunden war und im Winter den Innsbrucker Vertridern als präparierte Snowride-Piste dient, ließ sich der Anstieg gut hochkurbeln. Dennoch waren wir froh, die Hütte erreicht zu haben. Doch wir waren nicht allein, zahlreiche Wanderer hatten die gleiche Idee wie wir. Etwas skeptisch ließen wir den Wanderern etwas Vorsprung, um auf der Abfahrt ungestört zu sein. Die flowige Abfahrt führte uns zunächst zum Fuße der Lizumer Olympiaabfahrt. Wie nicht anders zu erwarten, waren hier natürlich Scharen von Touristen unterwegs. Weiter ging es für uns ein Stück bergauf, um noch ein paar Höhenmeter für die finale Abfahrt nach Axams gut zu machen. Doch die auf der Karte erspähte Route entpuppte sich als Sackgasse. Fluchend schoben und trugen wir die Räder die gerade gewonnenen Höhenmeter wieder hinunter bis auf einen Wirtschaftsweg. Nach einer kleinen Beratung fanden wir doch noch einen feinen Trail, der uns nach Axams brachte. Insgesamt war diese Tour trotz der unfreiwilligen Tragepassage ein gebührender Abschluss unserer 4 Tage in Tirol. Aus diesem Grunde schmeckte das Bier an diesem Abend umso besser, denn am nächsten Tag hieß es: Adieu schönes Tirol!

 

Fazit

Nach diesen ereignisreichen 4 Tagen in Tirol ist es nun an der Zeit ein kleines Fazit zu ziehen. Ziel dieses Urlaubs war es vor allem schöne Singletrail-Abfahrten zu finden und zu bewältigen. Dabei haben wir uns bei dem ersten Urlaub dieser Art auf normale Auffahrten beschränkt. Tragepassagen sollten demnach vermieden werden. Leider sind wir durch diesen Vorsatz auf den Spuren vieler Mountainbiker gefahren. Dies resultierte teilweise in Beschimpfungen durch Einheimische und Wanderer. Da uns dieses Problem schon vor dem Urlaub bekannt war, stellten wir uns darauf ein. Mit fast schon übertriebener Freundlichkeit wurden Wanderer gegrüßt und es wurde stets angehalten, wenn Wanderer in Sicht waren. Allerdings stießen wir nicht immer auf die erhoffte Freundlichkeit. Dies ist sicherlich auch auf schlechte Erfahrungen mit anderen Mountainbikern zurückzuführen. Dies ist eigentlich der einzige Wermutstropfen dieses Urlaubs. Aber dennoch waren alle 4 Touren tolle Erlebnisse. Und vor allen Dingen eine schöne Einstimmung auf den bevorstehenden Alpencross im September 2007. Insgesamt haben wir 140 km und 5500 hm bewältigt. Die Kilometer täuschen etwas über die Anstrengungen hinweg, aber Anstiege mit durchschnittlich 10% Steigung hinterlassen auch ihre Spuren. Aber belohnt wurde das Ganze mit über 1000 hm Singletrail pro Tour! Und eins ist sicher: Diese Art von Urlaub wird nicht der letzte seiner Art sein und auch Tirol wird von uns nochmal unter die Stollen genommen! Vielleicht nicht gleich nächstes Jahr, aber es gibt noch genug Reviere in Tirol, die erkundet werden wollen! Somit bleibt zu dieser Reise nach Innsbruck nichts weiter zu sagen, als: Happy Trails!