| Transalp 08 (Arzl im Pitztal -> Steinach am Brenner) |
| Mittwoch, 24 September 2008 13:58 | |
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Nach einer nicht enden wollenden Zugfahrt erreichten wir nach geschlagenen 11 Stunden endlich das erste Etappenziel unserer Tour, Arzl im Pitztal. Wobei sich Arzl sowohl am Eingang des Kaunertals, als auch des Pitztals befindet. Am nächsten Tag stand uns der recht unbeschwerliche Weg ins Kaunertal bevor. Dieser führte uns großteils auf mäßig steilen bis sausteilen Schotterpisten direkt an den Westhang des Kaunertals. Die erkämpften Höhenmeter waren schon ein Tribut an den nächsten Tag, der die erste richtige Etappe darstellte. Der folgende Tag startete früh, sehr früh, denn gleich zu Beginn des Alpencrosses wartete auf uns die Königsetappe mit zwei schweren Übergangen auf über 2700 m üNN. Dabei ging die Route vom Kaunertal ins Pitztal und weiter ins Ötztal. Leider erwies sich der erste Übergang als kompletter Flop, denn zu den eingeplanten 500 hm bergauf Tragen gesellten sich leider nochmal 500 hm auf der anderen Seite. Der Aufstieg ansich war bis auf die letzten 100 hm eigentlich unproblematisch, doch die besagten letzten Höhenmeter bis zur Passhöhe hatten sich gehörig in sich. Vor allem die letzten Höhenmeter durch eine steinige, mit losem Geröll übersäte Schuttrinne kostete doch einiges an Überwindung. Die Passhöhe selbst war ein 1 Meter breites und zwei Meter langes Band, flankiert von den 3000ern des Naturparks Kaunergrat Der nächste Tag startete zumindest erstmal so, wie man sich einen Alpencross vorstellt: nämlich fahrend! Unser erstes Etappenziel an diesem Tag war die Schweinfurter Hütte, wo wir kurz Rast machten und die günstigen Preise für die Cola genossen. Oder war es die Unfähigkeit des Kellners? Wer weiß! :-) Die folgenden beiden Übergänge wurden bereits von anderen Mountainbikern befahren und für fahrbar befunden, von daher waren wir guter Dinge, nicht noch einmal eine solche Pleite wie auf der ersten Etappe zu erleben. Doch dieser Übergang erwies sich als angenehm im Aufstieg und schön verblockt in der Abfahrt. Auf die Gäste in der Pforzheimer Hütte müssen wir wie Außerirdische gewirkt haben. Dennoch waren alle freundlich und zeigten sich neugierig, wie unser Unternehmen denn weitergehen soll. Die Nacht brachte leider viel Regen und starken Nebel mit Sichtweiten von weniger als 10 Metern. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Hüttenwirt machten wir uns trotzdem auf, die gut 500 hm bis zum nächsten Übergang anzugehen. Oben angekommen, war es doch recht ungemütlich geworden. Allerdings konnte uns dieses Jahr auf dem Alpencross wahrscheinlich nichts mehr erschüttern. Die Abfahrt erwies sich doch als recht leicht, der Nebel war zwar immer allgegenwärtig und die Felsbrocken teilweise ziemlich glitschig, dennoch war bis auf wenige Stellen der Trail komplett fahrbar. Als wir die Baumgrenze passierten, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Einen derart verwurzelten und verblockten Waldpfad hatten wir selten gesehen. Gespickt mit scheinbar unendlich vielen S4 und S5 Passagen war dies ein Leckerbissen für jeden Liebhaber technisch anspruchsvoller Trails. Leider machte uns die Nässe einen Strich durch die Rechnung und bei diesen Schwierigkeitsgraden war auf diesem Pfad an diesem Tag kein Blumentopf zu gewinnen. Leider. Doch die Abfahrt bis dahin entschädigte für alle Strapazen und versöhnte uns für diesen Tag.
Am letzten Tag stand nochmal ein Pass mit 2300 m üNN auf dem Programm. Auf einer Versorgungspiste konnten wir locker die ersten Höhenmeter bis zu einer Alm bewältigen, ehe das Bike wieder geschultert werden musste. Doch die letzten 400 hm Tragen gingen vor der traumhaften Kulisse der Stubaier Alpen einfach und schnell von der Hand. Kurz nach dem Mittag erreichten wir die Passhöhe und blickten bereits in den Talgrund des Gschnitztals. Was nun folgte, war ein krönender Abschluss einer doch insgesamt gelungenen Alpenquerung. Immer am Hang entlang schlängelte sich der Weg unaufhaltsam ins Tal. Das war nochmal ein schöner flowiger Trail zum Abschluss. Mit einem breiten Grinsen rollten wir nach Trins, dem endgültigen Zielort. Nach einer „kleinen“ Plünderung des örtlichen Lebensmittelmarktes ließen wir nochmal die vergangenen 6 Tage Revue passieren, bevor am nächsten Tag die lange Heimreise Insgesamt war es doch eine schöne Tour, trotz bzw. gerade wegen der auftretenden Schwierigkeiten. Viele feine Trails haben wir gefunden, von flwoig bis verblockt war alles dabei. Doch wir haben auch die Schwächen gesehen, die in der Fahrtechnik noch existieren. Doch nichtsdestotrotz ist ja gerade das Ansporn über den Winter viel zu üben, um nächstes Jahr noch mehr fahren zu können. Denn je souveräner man auf solchen Pfaden ist, desto mehr Spaß hat man auch auf der Abfahrt. Das viele Tragen bergauf ging auch ganz gut, obwohl teilweise der obere Rücken schon etwas geschmerzt hat. Mal schaun, was nächstes Jahr auf dem Programm steht, aber wahrscheinlich keine Mehrtagestour, sondern von einem Basispunkt immer Tagestouren zu unternehmen. Dann ist man nicht gebunden, wieviel man pro Tag schaffen muss und ist keinerlei Zwängen unterlegen. |
Ende August war es endlich soweit. Es ging wieder für eine Woche in die Alpen. In den 6 Tagen wurden zwischen Kauner- und Gschnitztal viele Pässe bezwungen, feine Trails unter die Stollen genommen und der Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz. Klingt eigentlich nach einem Alpencross , wie wir ihn bisher immer geplant hatten. Doch ein Blick auf die Grobroute lässt bereits erahnen, dass sich dieses Unternehmen abseits der ausgefahrenen Routen der Herden von Tourenbikern bewegt, die jedes Jahr gen Gardasee fahren. Dieses Jahr sollte es also von West nach Ost gehen. Dabei wollten wir möglichst unbekannte und nicht so häufig befahrene Übergänge nutzen, um einfach dem „Abenteuer Alpencross“ wieder etwas mehr gerecht zu werden. Die Route planten wir anhand von Wanderkarten und diversen Internetseiten selbst. Das Risiko bei einer komplett selbst geplanten Tour besteht natürlich in der Gefahr, bei einem Übergang auch mal „ins Klo zu greifen“. Da wir dieses Jahr die Route eher abfahrtsorientiert geplant hatten, durften natürlich auch Tragepolster für das Bike sowie Protektoren nicht fehlen.
. Die Aussicht war gigantisch und man konnte bereits über dem Pitztal thronend den nächsten anstehenden Übergang erahnen. Doch leider standen wir auf der Passhöhe vor einem Abgrund, der sich ca. 100 hm nach unten ausdehnte, oder um mit Stefans Worten zu sprechen: „Jetzt haben wir ein richtiges Problem!“. Zum Glück hatten wir Karabiner und Bandschlingen mit, um uns halbwegs an den angebrachten Ketten sichern zu können. Denn man darf nicht vergessen: die Bikes waren ja auch dabei! Nach 1 Stunde hatten wir dann diese kritische Passage gemeistert, doch ein Ende war leider nicht in Sicht. Der Weg schlängelte sich quer durch das Geröllfeld und an Fahren war nicht zu denken. Erst ab ca. 2100 m üNN wurde der Weg besser und das Fahrrad hatte endlich wieder eine Daseinsberechtigung. Als wir endlich die Hütte erreichten, an der der Fahrweg aus dem Pitztal endet, war es aber bereits 15.30 Uhr. Und es wartete eigentlich noch ein Übergang ähnlicher Kategorie, von dem wir auch nicht mehr wussten, als von diesem eben bewältigten. Nun war guter Rat teuer: im Pitztal eine Unterkunft suchen oder aus dem Pitztal wieder herausfahren und direkt in das Ötztal fahren, um so dem (eventuell) unheilvollen Übergang zu entgehen. Dementsprechend war auch die Stimmung, denn das bedeutete eine lange Asphaltstrecke zu bewältigen. Fluchenderweise machten wir uns doch noch auf den Weg und erreichten doch irgendwie noch „halb tot“ unsere Unterkunft in Huben im Ötztal. Dieser Tag zeigte uns deutlich unsere körperlichen sowie auch planerischen Grenzen auf! Um diese wichtige Erfahrung reicher erfuhren wir am Abend noch, dass der ausgesparte Übergang von ähnlicher Kategorie war, wie der erste. Also doch noch das Schlimmste an diesem Tag abgewendet!
Doch das war an diesem Tag leider noch nicht das Ende der Fahnenstange. Es stand ein weiterer Übergang auf über 2800 m üNN bevor. Also eine ähnliche Situation wie am 1.Tag: zwei schwere Übergänge und keine genauen Information die Fahrbarkeit des Trails auf der anderen Seite betreffend. Zumal der Nebel sich immer noch nicht verzogen hatte und somit auch der Übergang vom Tal aus nicht einzusehen war. Nach den Erlebnissen des ersten Tages beschlossen wir diesen Übergang ebenfalls zu umfahren, um zur Potsdamer Hütte zu gelangen. Die folgenden 1000 hm Uphill zur Hütte waren nun noch einmal kräftezehrend, aber letztendlich erreichten wir, wenn auch etwas durchgeforen, die Hütte. Vom Hüttenwirt erfuhren wir, dass die Abfahrt problemlos machbar gewesen wäre. Aber was solls, shit happens. Lieber einmal etwas ausgelassen, anstatt dann auf 2800 m dazustehen und nicht mehr weiter zu wissen. Bei schönerem Wetter hätten wir den Übergang sicherlich auch versucht, aber so war es doch etwas heikel, einfach ins Blaue hinein die Befahrung zu probieren. Nachdem sich am nächsten Tag der Morgennebel verzogen hatte, machten wir uns daran, die nächsten Höhenmeter tragenderweise zu bewältigen. An diesem Tag stand der Übergang in das Stubaital an, und gleichzeitig auch so etwas wie ein Ruhetag nach den bisher doch sehr schlauchenden Tagen. Der Trail erwies sich wiederum als Glücksgriff und nach einem berauschenden Single-Trail erreichten wir das Stubaital. Da wir diesmal schon am frühen Nachmittag die Unterkunft erreichten, ließen wir den Tag mit dem Blick auf die Elfertürme und Bier ausklingen.
im Zug bevorstand.