Lugano
Geschrieben von: Stefan   
Sonntag, 07 Juni 2009 12:38

Lago di Lugano

Nach dem harten Winter, zog es uns in südliche Gefilde um den hartnäckigen Schneeresten im Norden aus dem Weg zu gehen. Lugano war unser angepeiltes Ziel. Warm und schneefrei, vielversprechende Berge mit vielversprechenden Wegen und doch nicht so überlaufen wie der Gardasee. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Abfahrten hielten was sie auf der Karte versprachen.
 
Tour 1

Die erste Tour führte uns an den östichen Zipfel des Lagos. Von Lugano aus hatten wir uns schon unseren ersten Berg erspäht, den es zu bezwingen galt. Ein Blick in die Karte verriet uns, das auch die Abfahrt nicht von schlechten Eltern sein kann. Die Höhenlinien verliefen extrem eng zusammen, so dass ein technisch fordernder Trail gewiss war. Am Fuße des Berges angekommen zeigte sich die Bergflanke, auf der unsere Abfahrt lag, fast senkrecht. Unsere Neugier war geweckt. Doch zunächst mussten wir erst einmal unsere Bikes auf 1110m hochtragen. Der Pfad schlängelte sich von hinten den Berg hinauf. Der Weg wurde noch etwas anstrengender, da alles zugewuchert war und wir so das ein oder andere Mal mit den Bikes fast stecken blieben. Doch nach ca. 2h lag auch diese Anstrengung hinter uns und wir machten uns bereit für die Abfahrt.  Relativ zahm und flowig ging es los. Sodass die ersten Meter schnell gemacht waren und man etwas Zeit hatte "warm" zu werden. Je weiter wir bergab rollten, desto technischer wurde der Weg. Kehren, die zum Hinterrad-Versetzen einluden wechselten mit Felsstufen. Dazwischen immer wieder einige Meter zum ausruhen, welche jedoch mit abnehmender Höhe immer rarer wurden. Die anfänglichen S2 Passagen wurden rasch durch S3er und S4er abgelöst. Wir kamen immer besser in Fahrt und lösten die meisten fahrtechnische Probleme. Stürze blieben dabei selbstverständlich nicht aus. Irgendwann jedoch wurde der Berg nochmals steiler und anspruchsvoller. Vor uns lag eine Aneinanderreihung von S5er-Passagen. Man hatte die Wahl entweder man fährt sie alle oder gar nicht. Zwischendrin aufsteigen und probieren schien uns nicht möglich so dass wir nun einige Höhenmeter bergab zu tragen bzw schieben hatten. Weiter unten wechselte das Gelände nochmals und wurde wieder etwas leichter sodass wir fahrend das Tal erreichten.


Tour 2

Die zweite Tour führte uns ans südliche Ende des Sees. Wieder stand eine längere Schiebepassage vor dem Downhill. Diese war aber schnell bewältigt, so dass wir schon bald ein herrliches Gipfelpanorama zu Gesicht bekamen. Die anschließende Abfahrt zeigte sich sehr abwechslungsreich. Schnelle Flowpassagen wechselten immer wieder mit kurzen knackigeren Stücken. Leider wurde der Fahrspaß durch einen Patschen unterbrochen. Kurz darauf hatte Marcus abermals Pech und verbog sich sein Schaltauge. Nachdem er die Kette gekürzt und das Schaltwerk demontiert hatte fuhr er nun Singlespeed weiter talwärts. Der Trail war leichter und schnelller als am Vortag, so dass wir ales fahren konnten.


NightrideTour 3

Da die zweite Tour etwas leichter war und wir schon etwas eher wieder im Quartier waren hatten wir noch genug Zeit um ein anderes Vorhaben zu verwirklichen. Ein Nightride vom Luganer Hausberg, dem San Salvatore sollte es sein. So hatten wir nocheinmal einige hundert Höhenmeter zu tragen. Aber es sollte sich lohnen. Oben wurden unsere Bemühungen mit einem sensationellen Blick über Lugano und dem See belohnt. Nachdem es endlich dunkel geworden war und ein paar Fotos gemacht wurden, ging es nun endlich an die Abfahrt. Bergab ging es auf steilen Steinstufen in alpinen Gelände. Für den Fahrtechnischen Anspruch war also wieder einmal gesorgt. Die Lupine verichtete ihren Dienst gewohnt souverän, so dass wir uns ganz dem Fahrspaß widmen konnten. Und den gab es nicht zu knapp - definitiv ein Highlight meines bisherigen Bikerlebens.

 

Tour 4
Nachdem am Vortag Marcus auf Singlespeed umsteigen musste und die die Kette immer wieder ein Eigenleben entwickelte beschlossen wir mit der ebenfalls am Vortag entdeckten Zahnradbahn den Gipfel des Monte Generoso in Angriff zu nehmen. So waren wir oben fit undkonnten unsere ganze Kraft und Konzentration der Abfahrt schenken. Nach einem ausgiebigen Rundblick senkten wir den Sattel ab, schnalten die Protektoren an und traten in die Pedale. Zunächst ging es über Steinplatten und Stufen in Richtung Mittelstation, von wo wir dann vom Hauptweg abzweigten. Auf viel Laub und extrem schmalen Weg ging es fortan weiter. Immer wieder schauten Felsstufen durchs Laub und enge Kehren ließen uns das Hinterrad versetzen. Zwischendurch lud eine Bank auf einer Alpe zum Sonnenbad ein. Nachdem wir nun ausgiebig Sonne getankt hatten ging es wieder leichter weiter in Richtung Tal. Einen in der Karte eingezeichneten vielversprechenden Abzweig existierte leider nicht mehr und wir mussten zunächst auf Schotter und später auf Asphalt zum See rollen.

 

Fazit

Zusammenfassend gibt es nicht viel zu sagen außer viel Sonne, außschließlich freundliche Reaktionen der Wanderer, feinste abwechslungsreiche Trails, einen genialen Nightride und eine Menge Spaß!